Barbara Bylek
Bildredakteurin bei Associated Press
Upper East Side, Manhattan, NYC
Geboren und aufgewachsen in München
Porträt: 29. Juni 2003

Welche Bedeutung haben für Sie Arbeit, Wohnung, Partnerschaft, Familie?
In meiner Arbeit kann ich mich vergessen. Meine Wohnung ist ein Ort der Entspannung, an dem ich mich fallen lassen kann. Ich finde es sehr anstrengend, ohne Partner im Leben zu stehen, aber finde es inzwischen auch sehr schwierig, mich auf eine neue Partnerschaft einzulassen.

Fühlen Sie sich als Deutsche?
Nach 14 Jahren in den USA habe ich mich mehr verändert als mir bewusst war. Ich bin Fremde im eigenen Land, aber auch nie Amerikanerin geworden.

Was schätzen Sie besonders an der US-Gesellschaft, was nicht?
Amerikaner sind allem Neuen gegenüber normalerweise sehr aufgeschlossen. Ich mag die Hands on- und Can do-Haltung der Amerikaner. Was manchmal fehlt, ist das eigene Verantwortungsbewusstsein, Geschichtsbewusstsein und die kritische Hinterfragung intellektueller Themen.

Was ist typisch amerikanisch?
»You can do anything if you work hard enough.«

Identifizieren Sie sich mit den USA und der Stadt, in der Sie leben?
Mit USA identifiziere ich mich nicht, allein schon aus politischen Gründen, mit NYC allerdings schon. Denn diese Stadt ist voller außergewöhnlicher Menschen aus allen Teilen der Welt, die alle sehr bewusst ihren Zielen nachgehen und täglich ums Überleben kämpfen.


Würden Sie nach Deutschland zurückkehren? Warum?
Ich bin nach 14 Jahren wieder nach Deutschland zurückgegangen. Ich war mir nicht sicher, ob ich in NYC alt werden wollte. Manchmal habe ich die europäische Mentalität vermisst. Ob es die richtige Entscheidung war, kann ich nach einem halben Jahr noch nicht sagen. Aber ich vermisse NYC schon jetzt ...