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German Americans _ Imprint Translation: Marion Luettig Exhibition / Concept & Design: Simon Bieling, Gunter Kloetzer: Writings: the Germans in America |
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Woher kommen Sie ursprünglich und seit wann leben sie in den USA?
Ich bin in einem kleinen Dorf in Südhessen geboren und aufgewachsen und dann 1968 in New York gelandet. Genaugenommen bin ich sogar zweimal nach Amerika ausgewandert, denn nach 23 Jahren in New York war ich 1991 erst einmal nach Hamburg gezogen. Aber noch einmal fünf Jahre später war ich froh, als ich wieder nach New York zurückkehrte.
Warum sind Sie hier?
Ich bin hier, weil ich glaube, dass New York meinen Fähigkeiten entgegen kommt und das Bestmögliche aus mir herausholt. Es ist mein Lebensmittelpunkt: Ich wohne hier, die meisten meiner Freunde sind hier, meine Arbeit ist hier. Hier bin ich am glücklichsten.
Was ist typisch deutsch?
Immer, wenn ich nach dem „typisch deutschen“ gefragt werde, schwenke ich auf einen starken, unüberhörbaren deutschen Akzent um, den ich normalerweise gar nicht habe. Ich stelle meinem Gegenüber dann eine nüchterne, direkte Frage und poche auf eine sofortige Antwort. Typisch für mich sind Ernsthaftigkeit, Effizienz und Tüchtigkeit, Deutlichkeit und Geradlinigkeit, eine gewisse Humorlosigkeit, zielgerichtetes Handeln, und ein Hang, die Dinge eher negativ zu sehen.
Was fällt Ihnen zum Thema „Heimat“ ein?
„Heimat“ ist ein wichtiges Wort in der deutschen Sprache, in Literatur und Musik. Das Wort gibt es im Englischen so nicht. Ich glaube, meine „Heimat“ liegt mittlerweile in Amerika, oder vielleicht habe ich auch einfach keine „Heimat“ mehr. Deutschland ist es jedenfalls nicht mehr.
Fühlen Sie sich als Deutsche?
Ja, ich bin Deutsche, aber gleichzeitig auch Amerikanerin. Ich gehöre in beide Welten und nehme mal an der einen, mal an der anderen teil.
Wo sehen Sie Deutschlands Einfluss auf Amerika?
Deutsche Immigranten haben die USA vor Jahrzehnten mitgestaltet und geprägt. Deutschland war zweimal ein Gegner, den die Amerikaner zerstören mussten, um ihm dann einmal auch wieder auf die Beine zu helfen. Heute ist es ein wichtiger transatlantischer Verbündeter. Das hat sich zuletzt gezeigt, als Bush vor Beginn des Irak-Kriegs um deutsche Unterstützung warb. Ich glaube, dass eine Mehrzahl der Amerikaner den Deutschen grundsätzlich wohlgesonnen ist und sie vielleicht sogar bewundert. Das gilt auch für jüdische Amerikaner, jedenfalls was die grundsätzliche Zuneigung angeht. Deutsche Musik und Musiker werden hoch geschätzt, ebenso zeitgenössische deutsche Malerei und Fotographie.
Was schätzen Sie besonders an der US-Gesellschaft, was nicht?
Mir gefällt, wie schnell man aufgenommen wird und Einladungen ausgesprochen werden. Es ist einfach, Leute zu treffen, und überall gibt es eine schier unerschöpfliche Neugier. Erfolg zu haben hat einen hohen Stellenwert, aber gleichzeitig gibt es Spielraum für Fehler, man übt Nachsicht. Der Gesellschaft wohnt eine gewisse, liebenswerte Naivität inne. Die Amerikaner zeigen im Umgang mit Problemen eine Leichtigkeit, die zusammen mit der herzlichen Grundstimmung hier das Leben insgesamt leichter macht. Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Das ist natürlich nicht mehr als eine Aufzählung von Verallgemeinerungen und ausserdem haben alle diese Eigenschaften eine Kehrseite. Dort sammelt sich entsprechend, was ich nicht an Amerika mag. Der Mangel an Ernsthaftigkeit bei vielen Problemen; ein oftmals nur oberflächliches Interesse („Bloß keine anstrengenden Diskussionen, bitte!“). Ich sehe eine gewisse Unehrlichkeit, die Freundschaften im deutschen Sinne erschwert. Gesellschaft und Regierung lehnen es ab, Verantwortung für ihre weniger erfolgreichen Mitglieder zu übernehmen.
Identifizieren Sie sich mit den USA und der Stadt, in der Sie leben?
Ich glaube, ich identifiziere mich mehr mit New York als mit Amerika. Ich lebe in New York, ich kenne es sehr gut, und ich fühle mich sehr wohl hier. Ich betrachte mich als New Yorker. Was das Land als großes Ganzes angeht, habe ich meine Probleme mit einigen der fundamentalen Widersprüchen in der Gesellschaft, insbesondere vor dem Hintergrund des derzeitigen Klimas. Ich sehe wenig Gutes an der Regierung in Washington und der Politik, die dort gemacht wird. Ich finde, hier zeigt sich die dunkelste Seite Amerikas.
Würden Sie nach Deutschland zurückkehren? Warum?
„Been there done that," heißt es hier, mit anderen Worten: Diese Erfahrung muss ich nicht ein zweites Mal machen. Ich bin für fünf Jahre nach Deutschland zurück gekehrt, was wichtig war. Ich habe mich in dieser Zeit wieder mit meinen deutschen Wurzeln angefreundet. Darüber bin ich froh, aber ich muss deswegen trotzdem nicht wieder nach Deutschland zurück zieh
Where are you from originally and when did you move to the US?
I was born and raised in a small village in south-ern Hessia and came to New York in 1968. Actually, I came to America twice. After living here for 23 years I left for Hamburg in 1991 and after five years I happily returned to New York.
What were the reasons for you to move to the US?
I am here because I believe it is the place where I am at my best. It is where my life is: my home, most of my friends, my work. It is where I am happiest.
What would you see as typically German?
Whenever I am being asked this question, I adopt a heavy, clipped German accent (which normally I don't have). I ask a direct question devoid of humor and demand an immediate answer. Seriousness, efficiency, directness, a certain absence of humor, being goal oriented, a pre-occupation with looking at the dark side of life...
What comes to mind when you hear the term “Heimat”?
“Heimat”, an important word in the German language, literature, and music. A word that does not exist in English. I think my 'heimat' is America, or maybe I don't have one. Definitely no longer Germany.
Do you consider yourself German?
Yes, I am German but I am also American. I am of both worlds and go in and out of both of them.
How and where do you see Germany’s influence on America?
In the past German immigrants helped shape the U.S.A. At one point, Germany was the enemy (twice) that needed to be destroyed. And then (once) to be saved. Today Germany is important as an ally as we have witnessed recently when Bush tried to get its support for the impending Iraq war. More often then not, Americans 'like' Germans, perhaps even admire them (this includes Jewish Americans, at least as far as liking is concerned). German music and musicians are ad-mired, so is contemporary German painting and photography.
What do you value most about the U.S. society, what not at all?
I like how quickly we get accepted and invitations are extended. It is easy to meet people and there seems to be an infinite curiosity. Success is admired and mistakes are excused. There is a certain naiveté, which is endearing. There is lightness towards issues in life combined with a lot of cheerfulness that makes life easier. The individual is held responsible for his/her life. These are all generalizations and the flip side is exactly what I don't like about America. There is a lack of seriousness, as far as issues are concerned, a superficial interest in things ("nothing too deep, please"), a certain dishonesty that makes friendships in the German sense difficult to create. Society/ government not taking responsibility for its less successful citizens.
Do you identify yourself with the U.S. and also with the place you live at?
I suppose I identify more with New York then with America. It is the city in which I live, which I know very well, and which I like very much. I consider myself a New Yorker. As far as America is concerned, I have many issues with the basic contradictions in society, particularly now. I very much disagree with the current government and its policy. As far as I am concerned, it brings to light the worst of America.
Would you consider going back to Germany for good? If so, why?
"Been there done that," as we say here. I did go back for five years and came to the conclusion that it was a very good thing to try. I reconnected with my German roots about which I am very happy but I do not want to do this again.