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Nun bin ich zum zweiten Mal in Florida. Während meines ersten Aufenthaltes im schönen Sarasota wurde ich vom Bush - Krieg überrascht und war froh 2003 nach Deutschland zurück zu kehren. Es gab übrigens eine ganze Reihe von Deutschen, vor allem aus Kalifornien, die nach Deutschland umzogen.
Das soll aber nicht das Thema sein. Während des Aufenthaltes arbeitete ich in einem Grafik - und Kopierbetrieb. Hin und wieder kam ein Deutscher und kopierte fleissig. Im Abfalleimer fand ich auch einige Reste der Rundschreiben die er kopierte. Es handelte sich um den "USA Bericht" von einem Hans Schmidt aus Pensacola, FL. Erst beim 2.Mal las ich einiges aus der Drucksache. Dort stand zu lesen, dass die kleinen jüdischen Beamten des deutschen Zolls im Hamburg eine Buchsendung beschlagnahmt hätten, und andere jüdische Beamte der Postbank sein Konto bei der Bank gesperrt hätten, er könne nun seine Mutter im Saarland nicht mehr unterstützen.
Die ganze Drucksache war eine Tirade gegen die Juden und andere, die Hitler zum Verbrecher und Churchill und Roosevelt zu Befreiern machten. Ich war entsetzt. Abends setzte ich mich an den Computer und schrieb dem Hans Schmidt ein teilweise böses Fax, das aber auch die Begründung für meine Reaktion enthielt. Unter anderem schrieb ich, dass ich wünschte der Blitz würde ihn beim Sch.... treffen damit dieser Unsinn ein Ende hätte.
Wochenlang hörte ich nichts von diesem Herrn als plötzlich eine Brief-Flut über mich hereinbrach. Post von Altnazies aus den USA, Kanada, Costa Rica, ja auch Süd-Afrika und Deutschland. Ich wurde auf's übelste beschimpft und mir wurde der Tod durch Erhängen angekündigt.Mein Fax war in einer Ausgabe seiner Pamphlete abgedruckt worden - ohne seinen Kommentar.
Nun waren diese Briefe nicht nur von (ehemaligen?) Deutschen sondern auch von Amerikanern mit z.B. englischen Namen. Es waren sogar Pastoren Christlicher Kirchen darunter.
Ein Mann aus Jacksonville schrieb mir, dass zu dem Zeitpunkt deutsche Generäle in Moskau ausgebildet würden, die später die Macht in Berlin übernehmen würden. Dann würden solche Ketzer wie ich langsam am Galgen erhenkt.
Bis zu meiner Rückreise habe ich diesen "Papier-Krieg" geführt und habe immer noch alle Briefe und Pamphlete die mir zugeschickt wurden. Einer dieser "feinen" Leute war Professor für Geschichte, an der Uni in Kiel habilitiert!
Ich bin 1942 geboren, hatte und habe immer noch Abscheu gegen Nazis, alt oder neu. Aber das mir das in den USA passieren würde, damit habe ich nie gerechnet.
Vor meiner USA Zeit hatte ich nie Verbindungen zu Juden, aber in Sarasota wuchs ein freundschaftliches Verhältnis zu Migliedern von ein paar Synagogen heran. Man lud mich zu Konzerten und Diskussionsabende ein. Eine Zeit, die ich nie vermissen möchte.
Mich interessiert ob es hier Personen gibt die mit Altnazis konfrontiert waren? Ich möchte diese Erfahrungen in einem Dokument zusammen fassen.
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